Was braucht es, damit Lernen leicht wird?

John Hattie beschreibt in seinem Buch "Visible Learning" die Beziehung als Basis des Lernens. Auch aus dem Coaching weiss ich, dass die Beziehung und Vertrauen das Wichtigste überhaupt ist, wenn ein Klient sich in schwierigen Themen öffnen und so in seinem Thema vorwärts kommen soll. Die Initiative Schulen der Zukunft formuliert dazu den Aspekt der Würde und Integrität. Dies ist sogar in der Konvention über die Rechte des Kindes festgehalten (hier die Kurzfassung). Wenn Menschen sicher sein können, dass sie für Fehler (die bekanntlich jeder hat!) nicht getadelt werden und sie so genommen werden, wie sie sind, ja dann öffnen sie sich. Und dann wird Lernen erst möglich!

Rosette SdZ


Gerald Hüther beschreibt, dass Lernen nur mit Emotionen verbunden stattfinden kann. Am besten sind dies
positive Gefühle wie Freude, Glück oder Stolz, nachdem eine Schwierigkeit gemeistert wurde. Natürlich lernt man auch durch negative Erfahrungen. Doch versucht man später, diese negativen Erlebnisse tunlichst zu meiden. Eine ungünstige Situation für die Schule. Schulen der Zukunft formuliert in der Potenzialentfaltungs-Rosette den Aspekt Lernen mit Freude. Nur, wer mit Freude lernt, lernt gerne und behält auch, was er gelernt hat.

Vera F. Birkenbihl hat sich während 40 Jahren mit dieser Thematik befasst. Und auch andere Lehrer haben und entwickeln immer wieder neue Methoden, die das Lernen spassig machen.

Am besten behält man Gelerntes, wenn man es selber tut. Maria Montessori hat dazu den Spruch geprägt
"Hilf mir, es selbst zu tun!". In meinem Schulzimmer sind handelnde Erfahrungen der erste Schritt beim Lernen. Wer etwas nicht begreift, muss es zuerst be-greifen. Schulen der Zukunft formuliert dazu den Aspekt der Selbstwirksamkeit. Dabei geht es nicht nur um das Greifen, sondern auch darum, dass man etwas selber tun und darüber wirklich nachdenken muss. Es reicht also noch nicht, wenn man "nur nachahmt" um den Lehrer zufrieden zu stellen. Man muss auch denken beim Handeln!
Imitation ist eine der leichtesten Methoden zu lernen. Doch dies alleine genügt noch nicht. Es muss ein echtes Interesse da sein, an dem Thema. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Das Kind folgt seinen Interessen
  2. Die Themen sind vorgegeben und das Interesse des Kindes wird für diese Themen geweckt.

Lernen in Bewegung ist in letzter Zeit modern geworden. Dies bestätigt auch die Hattie-Studie. Wie kommt es, dass Kinder besser lernen, wenn sie sich bewegen? Bewegung ist ihr natürlicher Trieb, ein Grundbedürfnis von Kindern. Wenn man, vor allem Knaben, frei draussen spielen lässt, sind sie ständig in Bewegung. Ihre Muskeln müssen sich aufbauen. Die Kinderjahre sind dazu eine wichtige Phase. Beim Lernen geht es aber noch um viel mehr. Alle Lebensbedürfnisse von Kindern und Erwachsenen müssen zuerst gestillt sein, wenn richtiges Lernen stattfinden soll. Maslow hat die Grundbedürfnisse von Kindern so beschrieben (von unten): Körperliche Bedürfnisse (genügend Schlaf und Nahrung, Körperpflege, Gesundheitsfürsorge und Körperkontakt), Schutzbedürfnis (vor körperlichen und seelische Gefahren), Zugehörigkeit und emotianle Verbundenheit, Wertschätzungs- und Geltungsbedürfnis (stärkt das Selbstwertgefühl) und schliesslich das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung (mit unterschiedlichen Erfahrungsräumen).

Maslow Kinder


Jeden dieser Aspekte gilt es zu erfüllen, wenn Lernen leicht sein soll. Es gibt unzählige Varianten! Und ich bin mir sicher, dass vieles schon umgesetzt wird. Bei euch, sei dies im Schulzimmer oder zuhause oder unterwegs.